01. August 2015
76 Gäste tummeln sich heute hier rum.
Vielleicht landet der ein oder andere bei mir.

Heute bin ich in einer eigenen Sache hier, die mir wichtig ist.
Ich sitze hier alleine in meiner Whg., war gerade mit den Hunden draußen. Es ist Wochenende, kein Anruf, keiner schaut mal vorbei.
Der Briefkasten bleibt auch leer, denn Briefe werden schon lange nicht mehr geschrieben. E-Mail, da ist es auch nicht anders.
Es geht mir gut und doch kommt manchmal dieses Gefühl, dass ich nicht gebrauchen kann. Einsamkeit!
Und das mir, die früher so viel Leute kannte. Ja, aber früher ist seit 2007 vorbei. Eigentlich hat es schon eher angefangen, schleichend.
Früher habe ich auch meine Leute besucht, irgendwie ging es da noch mit den Treppen.
Aber irgendwann ging das einfach nicht mehr. Da fing es langsam an, die Anrufe wurden weniger, zu mir kommen, dazu war meistens keine Zeit. Erst dachte ich mir nichts dabei. Und dann habe ich meine Leute darauf angesprochen, aber niemand bezog das auf sich.
So viele langjährige Freundschaften gingen in die Brüche, weil ich nicht mehr kommen konnte. Ich weiß, so etwas passiert nicht nur mir. Jeder kann einem etwas Ähnliches erzählen.
Natürlich habe ich versucht, mir einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Nur, was ist dabei raus gekommen?
Ich bin trotzdem an sechs Tagen alleine. An einem Tag kommt eine liebe Freundin und bleibt lange. Nur telefoniert sie nicht gerne. Jetzt arbeitet sie sich sicher gerade durch Feuer und Stein.
Eine andere Person kommt nur, wenn man Hilfe braucht. In meinem Fall also dann gar nicht.
Selbst die, die in Berlin wohnen, schaffen es nicht, mal ab und zu zu mir zu kommen, obwohl sie nicht im Rollstuhl sitzen. Und mit dem Anrufen haben sie es auch nicht so.
Meistens rufe ich an. Ist auch blöd, ich weiß.
Es ist nicht leicht, neue Leute kennenzulernen, die auch bleiben, die anrufen oder schreiben.
Ich bin 62, nur für die Leute in meinem Alter bin ich zu jung im Kopf.
Es ist nicht mein Ding, über meine Wehwehchen zu diskutieren und mir Gedanken darüber zu machen, auf welchen Friedhof ich mal liegen will und was für einen Grabstein ich haben will.
Geht es noch? Ich bin noch nicht tot, auch nicht halb.
Und die jüngeren Leute, für die bin ich wieder zu alt, denken die.
Vielleicht geht es dem ein oder anderem so ähnlich.
Er oder sie kann mir gerne schreiben.
Aber eines möchte ich vorne weg klar stellen, ich bin solo und möchte das auch bleiben.
Ich suche nur nette Leute zum Reden, Lachen, Schreiben.

ma.ensiferum@t-online.de und ich heiße Lisa

01. August 2015
Ich habe eine alte Geschichte gefunden, die vor zehn Jahren wirklich passiert ist.

Hündin Dora, 70 cm Schulterhöhe, 43 kg, schwarzes Fell.
Hund Freddy, 9 kg, 32 cm Schulterhöhe, hellbraunes Fell und Kulleraugen.

Sylvester? Nicht mein Ding. Und meine Hündin Dora mag es auch nicht. Da hat sie Schiss, wenn dann draußen gegrölt und geknallt wird. Dann wird sie ganz unruhig und grummelt in Freddys Hundehütt vor sich hin.
Ja, Hütte! Ich habe vor zehn Jahren eine Transportkiste für Freddy gekauft, damit er sicher verstaut ist, wenn ich nicht da bin. Gut, das Freddyken passt da 3x rein, aber dass Dora da rein geht und sich auch noch drin umdrehen kann, das hätte ich nicht gedacht. Man, ist diese Dame gelenkig.
Was der Anlass für das teure Teil war?
Ich saß damals so gemütlich in meiner Küche rum und habe...? Tja, das weiß ich nicht mehr. Auf einmal brüllte Freddy das ganze Haus zusammen. Das kann er gut- Brüllen, wenn es gefährlich wird.
Und an dem Tag war es gefährlich für ihn. LEBENSGEFÄHRLICH!
Sein kleiner Kopf steckte bei Dora im Maul fest. Mir war schon klar, dass er das nicht aus Langeweile mal ausprobieren wollte? Zugegeben, er steckt seinen Rüssel gerne in fremde Dinge. Ich glaube aber kaum, dass ein großes Hundemaul mit vielen scharfen Zähnen dazu gehört.
Vielleicht wollte Dora mal ausprobieren, wie Freddys so schmecken?
Nein, das glaubte ich auch nicht. Mal ganz ehrlich? Die Situation war für Freddy bedrohlich.

Dora hatte ich zu dem Zeitpunkt 14 Tage, da war sie etwas über zwei Jahre alt. Ihr alter Besitzer hat sich einen neuen Hund gekauft. Und ihre Macken wurden verschwiegen.
Und sie war gerade sehr mies drauf. Was sie im Maul hatte, wollte sie auf keinen Fall wieder hergeben. Was nun? Freddys Geschreie hat sie nur noch mehr angestachelt. Ich kannte dieses Tier noch nicht so gut und doch musste ich eingreifen.
Also habe ich mich auf den Boden geschmissen und versucht, ihr Maul aufzubekommen. Sie wollte ihre Beute nicht hergeben. Sie sah in dem Moment in mir eine Rivalin. Aber sie war mein Hund! Also musste ich mich trotz ihrem Knurren durchsetzen. Immerhin hatte sie ja noch Freddy im Rachen. Ich mir ihren Unter- und Oberkiefer gegriffen und versucht, ihr Maul zu öffnen.
Schon mal Tauziehen gemacht mit einem Elefanten? Es steckte eine Kraft in ihrem Kiefer und die ganze Zeit schrie Freddy wie am Spieß. So lange wie er das noch konnte, stand es gut um seine Überlebenschance. Ich musste meine ganze Kraft aufbieten, um dieses verflixte Hundemaul zu öffnen. Kraft, die ich eigentlich nicht hatte. Aber es ging wirklich um Leben und Tod.

Irgendwie habe ich es geschafft und Freddys Kopf befreit. Aber damit war es nicht vorbei. Dora war nicht begeistert davon. Freddy hat weiter gebrüllt, die Augen verdreht. Ich lag immer noch am Boden.
Schiebetüren waren da Freddys Rettung. Ich habe ihn in die Küche geschoben, Tür zu. Immerhin musste ihn noch vor Dora schützen. Der kleine Kerl stand total unter Schock. Dora hatte damals schon schöne weiße und vor allen große Zähne. Sie hat sie mir hemmungslos alle gezeigt. Aber es war mein Hund!
Und dann wurde ich fürchterlich sauer und habe sie angeschnauzt: „Du drohst mir? Man beißt nicht die Person, die einen füttert."
Ob sie das kapiert hat? Auf jeden Fall war sie wieder auf Null und hat nicht verstanden, dass ich böse mit ihr war. Ich habe sie ins Wohnzimmer gesperrt.
Dann bin ich zu Freddy in die Küche gekrochen. Er wollte erst nicht zu mir kommen. Der arme Kerl hat immer noch am ganzen Leib gezittert und dann war da noch das viele Blut, im Flur, in der Küche. Er hat lange Haare, auch im Gesicht. Mir blieb nichts anderes übrig, als die Schere zu nehmen und alle Haare im Gesicht radikal zu kürzen. Drei Eckzähne waren tief im Kopf gewesen. Man konnte richtige Löcher sehen. Erst fast in Doras Bauch gelandet und dann bekommt man auch noch einen hässlichen Haarschnitt verpasst.
Freddy wollte 14 Tage nicht zusammen mit Dora Gassi gehen. Das war blöd für mich. War ich froh, als er wieder langsam Vertrauen zu Dora fasste. Die Hütte war wichtig für ihn. Für mich auch. So konnte ich sicher sein, dass er noch lebt, wenn ich vom Einkaufen zurückkam. Es ist später noch zwei Mal passiert, dass Dora über Freddy herfiel.
Nie wieder einen gebrauchten Hund! Aber dies sind eh meine letzen Hunde.
Jeder andere hätte damals diesen Hund ins Tierheim gebracht. Ich bin nicht so. Wie Freddy bei ihr im Maul war, hätten auch viele einfach die Whg. verlassen, in der Hoffnung, das regelt sich von alleine.
Und heute sind beide über zwölf Jahre alt.




31. Juli 2015
46 Gäste sind heute hier. Ist etwas passiert?
Ich hänge mal eine Geschichte mit dran, die ich mal vor einiger Zeit geschrieben habe und auch zu so einer Anthologie zu einem Verlag geschickt habe.

Sie ist NICHT für Kinder und meine zwei Männer sind schwul und es ist in unserer Zeit in Berlin.

METALMOONLIGHT

Endlich ist es Samstag!
Ich werde ein paar Stunden schlafen, bevor ich mich in das Nachtleben stürze. Ich gehe gerne in meine Lieblingsdisco, das SLY. Dort, wo der Metal zu Hause ist. Ob er wieder da sein wird?
In letzter Zeit muss ich immer öfter an diesen geilen Typen denken. Schwarze lange Haare, die das Verlangen in mir wecken, es zu durchwühlen. Ich schätze ihn auf Anfang dreizig, so wie ich.
Ob er wieder diese enge rote Lederhose anhaben wird, die meine Fantasie in den Nächten auf Trab hält. So wie sein halb geöffnetes weißes Leinenhemd, das mir letztens einen sinnlichen Anblick präsentierte, als ich so dicht an ihm vorbei ging, dass ich seinen heißen Atem im Nacken spürte.
Ich frage mich, was alles passieren kann, wenn wir beide unsere Mauern in uns niederreißen. Diesen melancholischen Blick in seinen grauen Augen kann ich nicht vergessen.
Stunden später stehe ich in freudiger Erwartung auf. Ich dusche, ziehe meine schwarze Lederhose an und meine dunkelbraunen Stiefel, die ich endlich vom Schuster abgeholt hatte. Für heute krame ich mein Lieblingshemd raus und bügel es. Ich mag diese hellbraune Farbe, die Schnürung vorne und die langen Rüschen an den Ärmeln. Es vermittelt mir einen Hauch von Verwegenheit. Noch schnell meine hellblonde Mähne trocken geföhnt, die ich heute offen tragen werde. Geld, Fahrkarte, Schlüssel, nichts vergessen?
Es ist kurz nach null Uhr, die richtige Zeit für mich.
Verlasse das Haus und eile zur U-Bahn Station Hallesches-Tor. Der Himmel ist klar, die Luft noch etwas warm von der Hitze des Tages. Ich bin mir der Blicke bewusst, die mir einige Männer zuwerfen. Aber ich habe kein Interesse. In meine Gedanken hat sich dieser Fremde aus dem Sly eingenistet.
Wie lange beobachten wir uns schon? Anfangs hat mich seine zurückhaltende, fast unnahbare Art geärgert. Ich kann nicht sagen, wann es in Neugierde umschlug?
Knarzig klingt die Stimme aus dem Lautsprecher, als ob sie neidisch auf mich ist. „Zoologischer Garten.“
Noch rechtzeitig fällt mir ein, dass ich hier raus muss. Ein Typ rempelt mich beim Verlassen der U-Bahn an. Er grinst und ruft mir hinterher: „Ich wünsche dir eine geile Nacht, Kumpel.“
Ich eile die Treppen hoch und folge ein Stück dem Kudamm, bevor ich links in die Joachimstaler abbiege. Ein Stockwerk rauf, an der Kasse den Eintritt bezahlt. Der Türsteher lächelt mich an und meint mit Blick auf meine Hose: „Scharfer Hintern.“
Ich beachte ihn nicht weiter und trete ein in meinen Metalhimmel. Ein Lied klingt gerade leise aus, als im Hintergrund die ersten Anschläge eines Schlagzeuges, begleitet von einer Gitarre sich in den Vordergrund drängeln. Ich eile auf die Tanzfläche. Mein Herz geht auf bei diesem langen Song.
Land Of The Giants von Axel Rudi Pell.
Ich stehe da und lasse die Töne in mich reinfließen, ankommen und gebe sie in meinen Bewegungen wieder frei.

Ist dies ein Traum oder eine Fantasie, die heute wahr wird.
Stimmen in der Nacht, sie rufen mich und dich.

Und ich muss bei diesen Zeilen lächeln, als ich denke, wie wahr sie doch sind. Es ist seine Stimme, die mich stumm ruft. Schon lange.
Ich mag dieses Gefühl, das meine offenen Haare mir geben, wenn sie sich im Takt des Sounds bewegen.
Leise verklingen diese Töne und ebnen den Weg für den nächsten Song.
Und dann läuft es mir heiß den Rücken runter. Er ist da!
Aus den Boxen dröhnt mir ein Lied entgegen, das ich besonders liebe.
You Make Me Feel von Bonfire.
Ich schließe meine Augen und lasse mich mit sinnlichen Bewegungen in diese gesungenen Zeilen fallen.
Jemand tanzt neben mir. Ich weiß, dass er es ist. Ich spüre es am schnelleren Schlag meines Herzens, an der Gänsehaut, die nicht nur von der Musik kommt.
Er legt seine Hände um meine Hüften, drückt sich näher an mich und bewegt sich im Einklang mit meinem Körper mit einer Harmonie, als ob wir ein Leben lang nichts anderes getan hätten.
Ich fühle seinen Atem auf meiner Haut, als er mir Zeilen des Songs in mein Ohr flüstert.

„Spät in der Nacht, wenn ich alleine bin,
fängt mein Herz an zu brennen, denn ich denke an dich.“

Mein Herz schlägt härter, als seine Wärme durch das Leder zu mir dringt. Sanft schiebt er sein rechtes Knie zwischen meine Beine, während wir uns weiter wie ein Wesen zu dem Rhythmus des Liedes bewegen. Er drückt seinen Oberschenkel in meinen Schritt, während er wie ein Raubtier seine Hüften bewegt und mich zwingt, seine erotischen Bewegungen mit zu machen. Seine Stimme flüstert rau:
„Ich bin zu lange von meiner Liebe entfernt gewesen.
Ich habe dieses Gefühl, tief in meinen Gedanken.“

Ich kenne jede Zeile dieses Liedes und doch hat es so eine andere Bedeutung für mich. Und ich denke, wie wahr diese geflüsterten und gesungenen Worte doch sind, als sich ein erwachendes Gefühl durch meine Lenden zieht. Es fühlt sich gut an.
Auch dass sich dieser fremde attraktive Mann so dicht an mich presst. Es fühlt sich richtig an und …, vertraut.
Mit einem Lächeln registriere ich, dass es ihm nicht anders als mir ergeht. Auch ich spüre seinen harten Penis in seiner engen roten Lederhose, als ich meinen Schenkel dagegen drücke.
Schon allein der Klang seiner erotischen Stimme lässt alle meine Bedenken dahin schmelzen wie Eis in der Sahara.
„Du lässt mich fühlen wie nie zuvor.“
Ja, ich spüre es, ich rieche und ich schmecke es, als er seine warmen Lippen sanft auf meine drückt. Dieser eine Kuss lässt die Glut in mir hoch auflodern. Er löst seine Lippen von mir und sieht mir tief in meine blauen Augen, als er erregt wispert:
„Du bist der Einzige, der mich in Trance versetzen kann.
Warum gibst du uns beiden nicht eine Chance?“
Unsere Körper sprechen die gleiche Sprache und diesmal bin ich es, der heiser antwortet:
„Ich brauche dich immer noch,
und ich möchte, dass du zu mir kommst.
Du lässt mich fühlen wie nie zuvor.“

Die letzten Töne des Songs verklingen, als wir uns tief in die Augen sehen und uns bewusst wird, dass wir einen Ort brauchen, wo wir die entfachte Glut in uns löschen können.
„Übrigens, ich heiße Dorian. Gehen wir“, äußert der geile Typ neben mir gerade.
So einfach. Zwei Körper. Eine Inspiration. Gehen wir?
Ich muss mich von diesen Gedanken losreißen, weil ich es immer noch nicht wirklich glauben kann.
Dorian lächelt mich an und nimmt mit einer Selbstverständlichkeit meine Hand und zieht mich mit. Ich sage mit rauer Stimme: „Remsen. Mein Name ist Remsen.“ „Ich weiß“, lacht er, als wir die Stufen hinunter eilen.
Doch statt auf die Straße geht er mit mir in die Tiefgarage. Vor einem knallroten alten Porschecabrio mit schwarzen Ledersitzen bleibt er stehen.
Galant hält er mir die Tür auf. Er grinst verschmitzt, als ich Mühe habe, mich in das enge Gefährt zu arbeiten. Er lacht, als ich von mir gebe: „Haben sie diesen tollen Schlitten für Zwerge gebaut?“
Leise schließt er meine Tür und begibt sich auf den Fahrersitz. Er steckt den Schlüssel ins Zündschloss und hält inne. Wie er mich ansieht. Ich seufze, als er sich zu mir rüber beugt und mich küsst.
So nebenbei öffnet er den Reisverschluss meiner Hose. Ich stöhne lustvoll auf, als seine warme Hand meine Hoden streichelt. Er wandert mit seiner Zunge meinen Hals runter, schiebt mein Haar zur Seite und knappert an meinem Ohr. Während er weiter meine Hoden streichelt, sanft knetet, singt er mit klarer Stimme.
„Is this a Dream or a Fantasy come true. (Ist dies ein Traum oder eine Fantasie)
Voices in the Night, (Stimmen in der Nacht)
they are calling me and you.” (sie rufen mich und dich)
Leise entgegne ich: „Und ich hörte das Flehen in deinen stummen Rufen und jetzt bin ich hier.“
„Ja Remsen, du bist hier“, lacht er und startet den Motor. Als ich meine Hose schließen will, meint er: „Nein, lass sie offen. Dein Schwanz gefällt mir.“ Als wir aus der Tiefgarage kommen, erwartet uns eine laue Sommernacht. Ich betrachte sein Profil.

„Gefall ich dir immer noch, mein Blondschopf?“
Ich sehe das verschmitzte Lächeln in seinen Mundwinkeln, als er an der roten Ampel zu meinem Penis rüber langt. Ein Bus von der BVG steht neben uns. Dorian lacht, als einige Fahrgäste uns ungeniert beobachten. Bei grün lässt er mein Glied los und gibt Gas.
Ich beobachte ihn amüsiert, wie er sich auf den Verkehr konzentriert und es immer wieder wagt, einen Blick auf mein Geschlecht zu werfen. „Ist es noch weit“, frage ich.
Er macht am Straßenrand halt und stellt den Motor aus.
„Nein, aber ich …“ Diesmal bin ich es, der seine Lippen auf seinen Mund drückt. Willig öffnet er ihn und heißt meine Zunge willkommen. Erst küssen wir uns sanft, doch dann wird unser Spiel der Lust härter. Ich sauge an seinen Lippen, lecke über ihre Konturen, während er wonnig knurrt. Grob beiße ich in seine Zunge. Ich mag seinen herben männlichen Geschmack, als sein Speichel sich mit meinem vermischt. Er hält mich nicht zurück, als ich seinen Ständer aus seinem engen roten Ledergefängnis befreie. Ich schließe meine Augen, als ich ihn mit meiner Hand erkunde.
Sein Stöhnen wird lauter, als ich seine Vorhaut runter schiebe. Ich streichle über seine Eichel, die sich feucht und prall gegen meine Finger drückt. Er zerzaust mein blondes Haar, als ich mich zu ihm runter beuge. Ich koste mit meiner Zunge seinen salzigen Geschmack, bevor meine Lippen seine Eichel umschließen.
Er bewegt seine Lenden, als ich genussvoll an ihr sauge, während meine Hand die Vorhaut rauf und runter schiebt. Er seufzt, als ich härter sauge, härter zupacke.
Seine Hand geht unter meinem Hemd und es macht mich an, wie er seine Fingernägel über meinem Rückgrat zieht. Meine Nackenhaare stellen sich auf und ich stöhne vor Lust. Dieses Gefühl jagt durch meine Lenden und endet in meinem Glied, das sich hart an meinen Schenkel drückt.

Dorian zieht meinen Kopf an meinen Haaren zu sich und stößt mir seine Zunge in meinen Mund. Wild und grob ist sein Kuss, während sich sein Samen über meine Finger ergießt. Sein Atem geht keuchend, als noch ein kurzer Strahl aus seiner Eichel schießt. Erleichtert seufzt er: „Es ist lange her.“
„Das soll ich dir glauben“, und knuffe ihn leicht in seine Rippen.
Statt einer Antwort startet er den Motor. Nachdenklich betrachte ich ihn. „Habe ich dich verärgert?“
„Nein, es ist mir hier zu eng. Bei diesen Verrenkungen kommen wir nicht weit. Ich will dich schon lange!“
Er streicht kurz zärtlich über meine Wange.
Amüsiert beobachtet er mich dabei, wie ich versuche, Ordnung in meine Kleidung zu bringen und in meine Gedanken. Leise murmelt er und doch vernehme ich seine Worte, die mein Herz schneller schlagen lässt.
„Du lässt mich fühlen wie nie zuvor.“
Was passiert hier mit uns, mit mir? Bin ich wirklich wach und fahre mit ihm durch die Straßen von Berlin? Oder bin ich gefangen in einem Traum, der Gestalt in der Realität annimmt?
Wir sind in Gropiusstadt auf der Suche nach einem Parkplatz. Als er endlich einen gefunden hat, muss ich lachen, als er mir meine Autotür aufhält und mir einen atemberaubenden Anblick beschert.
Eine ältere Dame, die ihren Dackel zu dieser ungewöhnlichen Zeit ausführt, keift ihn böse an. „So was wie sie sollte man einsperren. Kein Benehmen, was soll denn ihre Freundin von ihnen denken?“
In all der Aufregung, oder war es meine Anwesenheit, hat Dorian vergessen, seine Hose zu schließen. Und die Dame denkt, ich wäre eine Frau. Dies bringt mich zum Lachen, in das auch Dorian mit einfällt, als er den Übeltäter in seine rote Hose sperrt.
Nach einem intensiven Kuss schlendert er mit mir zu seinem Haus.
Dort erwartet uns eine unangenehme Überraschung. Alle Fahrstühle gehen nicht. Entschuldigend sieht er mich an.
„Wie hoch“, frage ich. Er druckst rum: „Sehe es mal so, ich habe einen tollen Blick über Berlin. Dies ist das höchste Haus in der Fritz-Erler-Allee.“ „Wie hoch?“ Kleinlaut äußert er: „Wenn du gehen willst, würde ich es verstehen. Es ist der achtundzwanzigste Stock.“ Abwartend sieht er mich an.
„Mit dir würde ich auch tief in die Hölle hinabsteigen. Aber ein Aufstieg in den Himmel hat doch auch etwas.“
Erleichtert lacht er und eilt mit mir Hand in Hand die Stufen hoch. Anfangs nehmen wir es noch mit Humor und knutschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Jede erklommene Etage wird mit einem Kuss gefeiert. Ab der sechzehnten werden wir langsamer, brauchen öfter eine Atempause. Es zieht schmerzhaft in den Beinmuskeln. Mein Herz hämmert gegen meine Rippen wie bei einem alten Mann. Aber ich habe nicht die Absicht, mich von ein bisschen steilem Beton in die Knie zwingen zu lassen. Nicht mit diesem Typen an meiner Seite, dem es nicht viel besser ergeht.
„Bin ich froh, dass ich nur im zweiten Stock wohne“, äußere ich in der fünfundzwanzigsten Etage.
Dorian keucht: „Und dies sagst du mir erst jetzt?“
„Och alter Mann, es sind doch nur noch drei. Und denke an deinen Parkplatz, der dann fort wäre. Passiert das hier öfter?“
„Nein, nur wenn ich einen scharfen Typ mit nach Hause nehme.“ Ich gehe auf seine Ironie ein und entgegne: „Jetzt verstehe ich deine Aussage: Es ist lange her. Ist wohl heute dein Glückstag.“ Er zieht mich lachend weiter.
Er lässt mir den Vortritt, als er seine Wohnung aufschließt.
Geheimnisvoll klingen seine leise gesprochenen Worte.
„Willkommen in meiner Welt.“

Er öffnet eine weitere Tür und ich halte den Atem an, als ich sie durchschreite. Ungläubig betrachte ich das große Zimmer.
Dunkelrote Vorhänge wehen leicht im Luftzug der offenen Fenster. Silbernes Mondlicht strahlt durch die Balkontür und lässt Schatten auf den weißen Steinboden tanzen. Alte schwere Möbel fristen ihr Dasein im Einklang mit der modernen Welt unserer Zeit.
Fasziniert starre ich auf das mittelalterliche Himmelbett, das in einer Ecke steht. Hier im zwanzigsten Jahrhundert umgibt mich ein zusammengewürfelter Hauch aus einer schon längst zu Staub verfallenen Epoche. Und doch passt es zu Dorian, der mit viel Liebe diese Stücke restauriert hat. Überall stehen hohe Kerzenleuchter. Verlaufenes Wachs offenbart mir, dass sie oft brennen. Eine Ecke nimmt ein offener verschnörkelter Kamin ein. Die Heizkörper sind hinter kunstvoll geschnitzten Holzwänden versteckt.
Und er scheint Drachen zu lieben, wenn ich die Figuren betrachte.
Ich bin mehr als beeindruckt und es ist mir, als ob ich endlich angekommen bin. Dorian steht hinter mir. „Schön, dass dir meine Bude gefällt. Fühlst du dich noch fit für einen Tanz mit mir?“
Erst jetzt fällt mir die glänzende Metallfläche in der Mitte des Zimmers auf, an deren Ecken große Standboxen stehen. Dorian schiebt eine Kassette ein, während ich wie in Trance auf die Tanzfläche gehe.
Aus den Boxen erklingt leise Remember Yesterday von Hammerfall. Ich kenne den Schluss dieses Liedes und verstehe die Botschaft, die Dorian mir vermitteln will.

Lebe niemals eine Lüge.
Du weißt nicht, ob das Morgen kommt.

Und mir wird bewusst, dass ich diesen schwarzhaarigen Typen liebe. Engumschlungen tanzen wir und Dorian flüstert: „Tausend Mal und mehr habe ich dich geliebt und verloren. Tausend mal bin ich gestorben und wurde wiedergeboren. Und immer war ich auf der Suche nach dir. Remsen, ich liebe dich. Du berührst meine Seele.“
„Ich fühle wie du“, entgegne ich mit rauer belegter Stimme.
Ich vernehme sein erleichtertes Seufzen, als ich mich auf die Knie runter lasse. Mit zittrigen Fingern versuche ich, diesen verdammten Reisverschluss von seiner roten Lederhose aufzubekommen.
Dorian lacht: „Daran müssen wir noch etwas arbeiten“, und hilft mir. Langsam ziehe ich ihm das rote Leder runter, während im Hintergrund Uriah Heep uns mit Lady in Black berieselt.
Und doch, ich liebe auch diesen Song und betrachte den schwarzen Pelz vor mir, woraus trotzig wie ein Turm Dorians hartes Glied sich mir entgegen reckt.
Niemand von uns hat das Verlangen diesen Ort zu verlassen, als die letzten Töne verklingen und Stille uns umgibt, ab und zu durchbrochen von unserem leisen Stöhnen.
Ich fühle mich so lebendig, wie aus einem langen Schlaf erwacht, als ich mit meiner Zunge seinen Schaft entlang gleite und mich langsam zu seiner Eichel hochlecke. Ich erkunde jeden Millimeter seiner Haut. Es erregt mich, wie das Blut durch seinen Penis pulsiert. Sein Stöhnen wird lauter und dieses geile Lied lässt auch mich vor Lust aufseufzen. Leicht bewegt er seine Hüften, als ich seinen Ständer in meinen Mund aufnehme. Mein Herz schlägt schneller, als ich an seiner Eichel sauge. Heiß läuft es mir den Rücken runter, als er lustvoll aufschreit. Noch hält er sich zurück, will dieses Gefühl auskosten. Ich sauge härter, schneller, während ich seine Hoden knete. Schweiß bedeckt unsere Körper und ich atme gierig seinen Geruch ein. Ich spüre, wie er kommt und diesmal trinke ich seinen Saft, lecke jeden Tropfen von seiner Eichel, von seinem Schaft. Noch einen Augenblick knie ich vor ihm und betrachte sein schönes Geschlecht. Als ich zu ihm aufblicke, erkenne ich nur Liebe in seinen grauen Augen.

Ich erhebe mich und folge ihm zu diesem Himmelbett. Er zieht seine Vorhänge zu und fängt an mich zu streicheln. Ich schließe seufzend meine Augen und lasse mich fallen.
Er beginnt, mich mit seinem Mund zu erkunden. Sanft knabbert er an meinen Lippen und gleitet mit der Zungenspitze an meinem Hals lang. Ich halte den Atem an, als er meinen Warzenhof leckt.
Laut stöhne ich auf, als er an meinem Nippel nuckelt. Er bemerkt mein Verlangen nach mehr und saugt härter. Mein Atem geht schneller, als seine Hand über meinen Bauch wandert. In freudiger Erwartung hebe ich mein Becken an, als warme Finger die Eichel meines harten Gliedes berühren. Es macht mich geil, diese Lust mit ihm zu erleben. Hemmungslos stöhne ich: „Worauf wartest du?“ Er lässt meinen Nippel los und schiebt mir seine Zunge in meinen Mund. Es macht mich an, unser beider Geschmack auf meiner Zunge, während er seine Hand fest um meinen Schaft legt. Langsam schiebt er meine Vorhaut rauf und runter. Ab und zu hält er inne und streicht mit einem Finger über meine Eichel. Als er seine Hand wie eine schützende Mauer um mein Glied legt, überschwemmen mich unglaublich geile Gefühle. Sie jagen durch meine empfindlichen Nerven und sammeln sich in meinen Lenden, wo sie explosionsartig durch meine Eichel Erlösung finden, als mein Sperma sich über seine Finger ergießt. Lustvoll keuche ich auf und versinke in den liebevollen Blick seiner lächelnden Augen.

„Wie sieht es aus, hast du noch Zeit“, fragt er mich scheu. Ich hole tief Luft, bevor ich antworte: „Ich habe noch ein paar Tage Urlaub und bei mir wartet nichts auf mich.“
„Dann ist es abgemacht, du schläfst bei mir und danach werden wir frühstücken oder so ähnlich.“

Seit dem Tag sind viele Samstage an mir vorbei gezogen. Das Sly gibt es schon seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr.
Aber uns gibt es noch. Irgendwann habe ich meine Wohnung gekündigt und bin zu Dorian gezogen. Dorian, der meine Seele berührt hat. Damals und auch noch heute.
Wir sind älter und er ist ein bisschen grau geworden. Aber es passt zu ihm. Nur den roten Porsche haben wir irgendwann gegen ein bequemeres Gefährt eingetauscht. Die Fahrstühle sind öfters noch ausgefallen. Aber wir lieben beide diesen weiten Ausblick über Berlin, und diese Wohnung, die sich kaum verändert hat.
Unsere Liebe trägt uns, wie am ersten Tag. Und ich finde, dass sie stärker geworden ist im Wandel unserer schnell lebenden Zeit.
Glaubt an die Liebe und an dem Metal! Beides zusammen überdauert alles.
Mein Name ist Remsen und dies ist meine Geschichte.



31. Juli 2015


Gestern war eine Freundin hier und wir haben uns mal wieder über einiges amüsiert. Wir haben, was auch sonst, im vierten Drachenkriegerteil gelesen. Ich gebe es zu, mit dem M und N stehe ich etwas auf dem Kriegsfuß. Na gut, MIR und MICH mögen mich auch nicht so. (Nein, ich bin kein Berliner.)
Immer wenn ich denke, ich habe es, muss ich später feststellen, dass es nicht immer so hinhaut. Wenn ich hingehe, ist es ein N, wenn ich schon da bin, ist es ein M. (?)
Also: Ich gehe zu den Stuhl – Ich sitze auf dem Stuhl.

Ich glaube, man kann es mir 100 Mal erklären, ich kann es mir einfach nicht merken.
Aber dafür reitet ein Pferd bei mir nicht und dies ist doch auch etwas wert.
Es gab auch mal eine Zeit, da habe ich auseinander auch auseinander geschrieben. (aus ein an der)
Ach ja, diese verflixte Rechtschreibung!
Anfangs habe ich auch so geschrieben, wie ich spreche. Ich meine, man hat sich so gewisse Sachen angewöhnt.
Ein Beispiel- Ich flüster.
Der Duden schreibt, dass es- Ich flüstere- heißen muss. Na gut, wenn er das meint. Oder das daß jetzt mit zwei ss geschrieben wird, eben halt- dass. Gedruckt, kann ich mit leben. Aber erst fand ich, dass es mit der Hand geschrieben doof aussieht.

Und doch finde ich in gekauften Büchern, die lektoriert wurden, den ein und anderen Fehler. Da frage ich mich, wie ist denn das passiert, immerhin bekommen sie Geld dafür.
…“, flüsterte er lautlos. Ja, lautlos. Habe ich gefunden, wo, das verrate ich nicht.
Habe mal im Netz nachgesehen. Für mein Buch hätte ich ab 1225€ bezahlen müssen. Das Geld habe ich nicht, woher auch.
Ich habe mein Schreib- und Grammatikprogramm und Freundinnen, das muss reichen.
Obwohl das Grammatikprogramm manchmal seltsam ist. Es kennt eben keine Fantasy.

Nein, wir haben jetzt nicht den ganzen Tag nach Fehlern Ausschau gehalten. Nur ein bisschen und dann sind wir zu Altair gegangen. Dies war das erste Spiel, dass ich gespielt habe. (Assassins Creed) Ja, es ist so, ich spiele und meine Freundin guckt zu. Langweilig? Nein, ist es für sie nicht. Sie kann nicht spielen. Sie hat das Vergnügen, ich die Arbeit. (schmunzel)
30. Juli 2015

30.7.2015
Es ist sieben Uhr und ich sehe, dass dreizehn Gäste hier sind. Vielleicht schauen sie auch bei mir vorbei? Es gibt neuen Lesestoff! (schmunzel)
Ist morgen wirklich schon der erste August?
So mancher fragt sich sicher, wo die Zeit geblieben ist. Sogar das junge Volk hat den Eindruck, dass die Zeit schnell vergeht. Und ich dachte immer, dies hängt mit dem Alter zusammen.
In 38 Jahren werde ich 100. Vorausgesetzt, ich schaffe das.
Ich trinke nicht, rauche nicht, habe keinen Stress, ich denke, die 100 sind möglich. Na ja, Spaß beiseite, denn dies bringt nur etwas, wenn man auch noch geistig fit ist.
Ich habe mal gehört, dass, wenn der Geist viel arbeitet, dass der dann auch nicht abbaut. Ich hoffe, das stimmt.
Wäre schon blöd, wenn ich irgendwann nicht mehr weiß, was wo in meinen Teilen hingehört.
Warum bin ich Langschläfer überhaupt schon auf? Ganz einfach, ich bin gestern ausnahmsweise mal früh schlafen gegangen. Obwohl, so ganz richtig ist das auch nicht, denn ich habe noch gelesen.
Nun habe ich drei Bücher durch, die ich mir gerade erst gekauft habe. Es ist ja immer so, dass man lange an einer Geschichte sitzt, wenn man sie schreibt, und ein Leser hat sie in ein paar Tagen aus.
Letztens habe ich einer Nachbarin mein Buch Kriegertränen gezeigt. Die meinte, dass ihr die Größe der Schrift gefällt und dass sie auch nicht so blass ist. Sie hat einige Bücher, die sie gerne lesen würde, aber die Schrift ist so winzig und hellgrau.
Na ja, vielleicht kauft sie sich mein Buch?
Bei Amazon ist mein Buch ja immer noch ab 12, (Die brauchen wohl ihre Zeit.) aber ich habe gesehen, dass es bei einigen anderen Anbietern ab 16 ist.

Noch ein paar Gedanken zu meinem Buch:
Ich bin kein Autor, nur ein Geschichtenerzähler.
Es wird in der ICH-FORM erzählt. Ich male gewaltige Bilder in Wörtern und meine Geschichte beginnt langsam.

Es ist eine Welt, die es nur in meiner Fantasie gibt und Charaktere, wie sie noch keiner gesehen hat. Eine Männerliebe zieht sich durch die Erinnerungen, die der Drachenkrieger erzählt.
Kleine Geschichten begegnen euch auf einer tiefen Reise durch das Land und durch die Gefühle.
Ein Drachenkrieger mit Flugangst, Klaustrophobie und Tränen im Gesicht.
Rasant, brachial, traurig, spannend, ironisch, gemein, böse, Tod, Albträume, Liebe, Hass, Eifersucht, Neid, ungewöhnlich, nicht vorhersehbar.
Ja, die Welt muss vor dem Bösen gerettet werden. Aber das passiert nicht von heute auf morgen. Eigentlich will unser Krieger kein Held sein, keine Bücher suchen, keine Flüche brechen oder das Böse vernichten. Warum er?
Unsterblich, ja, auch das noch. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht sterben kann. Der Tod will ihn nicht und schickt ihn in das Leben zurück. Das ist schmerzhaft, die Wunden müssen heilen.

Geschichten werden erzählt, Lieder gesungen. Die Liedertexte stammen auch von mir. Für mich hat diese Geschichte alles, was für mich eine Fantasy-Geschichte haben muss.

Ich wollte eine Geschichte schreiben, wie ich sie erzählen würde. In Gedanken exestiert diese Geschichte schon seit vielen Jahrzehnten und wurde immer größer. Vielleicht ist es auch meine Geschichte, wenn ich in einer anderen Welt gelebt hätte.
Wer weiß, denn wo soll sie sonst hergekommen sein? Wenn ich schreibe, kann ich nicht sagen, wo die vielen Runen mich hinführen.
Es ist, als wenn nicht ich die Geschichte schreibe, sondern jemand anderes mich dazu benutzt.



28. Juli 2015
Irgendwie habe ich noch etwas im Netz gestöbert.
Und siehe da, bei Buch.de wird mein Buch Kriegertränen von 16-100 Jahren empfohlen.
Erstaunlich ist, dass da jemand daran glaubt, dass man mit Leichtigkeit die 100 erreichen kann.
Ob er wusste, dass dies mein Ziel ist?
Also, ihr Hundertjährigen da draußen, wenn ihr noch mal 100 drauf legen wollt, dann lest mein Buch. Immerhin ist Rochon über 12000 Jahre alt. Was mag sein Geheimnis sein, zumal er aussieht wie 35.
Wenn jetzt noch die 12 verschwindet, dann geht es mir wieder richtig gut!
28. Juli 2015
Heute ging mir so einiges durch den Kopf, was die Altersempfehlung für Bücher anbelangt. Bei einigen Büchern steht es, bei anderen wieder nicht.
Wer entscheidet darüber?
Ich habe heute mal im Netz die Bücher eingegeben, die ich so lese. Entweder heißt es, ab 16/17 Jahren zu empfehlen, oder es steht nichts da.
Wenn nichts da steht, ist es auch klar, dass es weder ein Kinder- oder Jugendbuch ist.
Warum ich mir über so etwas Gedanken mache?
Niemand weiß, wie das passiert ist und doch hat mein Buch- KRIEGERTRÄNEN- eine Altersempfehlung ab zwölf Jahren bekommen.
Es kommen Szenen drin vor, die nicht für Kinder geeignet sind. Ich muss es ja wissen, denn ich habe es geschrieben.
Die 12 wieder loszuwerden, ist leichter gesagt als getan.
Leider kann ich selber da nichts machen. Was nun?

Es ist ja nicht nur bei Amazon so, sondern bei anderen Anbietern auch.
Es wird doch immer der Autor zur Verantwortung gezogen, was den Inhalt seines Buches anbelangt. Da stehe ich auch zu, aber zu der 12 kann ich das nicht. Die kommt nicht von mir.
Also mit anderen Worten, das war ich nicht.
Ich werde wohl nie erfahren, wie das passieren konnte.

Vielleicht wird jetzt jemand denken, dass dies nicht schlimm ist und ich mir keine Gedanken darüber machen soll.

Ich setze für die einen Ausschnitt mit rein.
Personen: Frankanas, der Barde
Dravos, der Wolfskrieger (der Wolf)
Renaldo, der Drachenkrieger

(Wer mehr lesen will, der muss es sich kaufen.)

In dem roten Laken räkelt sich der Wolf, der mich ungeniert betrachtet. Vor dem Bett stehen zwei Pfähle und mir schwant bei ihren Anblick nichts Gutes. Das Fell hat zwei Wendesteine verdeckt. Der Barde schiebt mich auf die Pfähle zu, legt Schellen um meine Handgelenke und zieht meine Arme an den Ketten hoch. Ich lasse alles widerstandslos über mich ergehen.
Er lächelt, als er zu mir meint. „Dies ist nur dafür gedacht, damit du nicht weglaufen kannst. Ich will, dass du Dravos zusiehst und lernst. Ich warne dich davor, deine Augen zu schließen.“

Ich empfinde es als Erniedrigung, dass ich ihnen beim Liebesakt zusehen muss, während der Barde mich beobachtet. Notgedrungen sehe ich Dravos dabei zu, wie er mit Hingabe seine Zunge über den Schaft des Barden gleiten lässt. Wie er an ihn knabbert, ihn leckt, um dann genussvoll an seine Eichel zu saugen.
Besitzergreifend umschließt eine Hand sein Glied, während die andere seine Hoden streichelt. Der Barde stöhnt, als seine Männlichkeit erwacht und hart wird. Ich kann ahnen, wie das Blut in den Venen pocht, die sich wie feine Stränge um seinen Schaft winden, als er sich in voller Größe aufrichtet. Die Brust des Barden hebt und senkt sich, als sein leises Stöhnen lauter wird. Feine Schweißperlen rinnen über seine Haut und warmes Kerzenlicht geben den Konturen der Körper vor mir etwas Sinnliches.
Der Duft ihrer erotischen Ausstrahlung trifft mich wie ein Blitzstrahl, der durch meinen Bauch in mein Schaft gleitet und mein Blut zum Kochen bringt. Ich spüre den wissenden Blick des Barden, als ich mit Entsetzen feststelle, dass es mich erregt.
Er streckt eine Hand aus und berührt meine Eichel. Ein lustvolles Keuchen ist meine Antwort darauf. Mein Atem geht schneller, als er seine Hand um meinen Schaft legt und meine Vorhaut mit langsamen Bewegungen immer wieder rauf und runter schiebt.
Er zieht seine Hand zurück und keucht voller Verlangen, als er sein Becken anhebt und dem Wolfskrieger seinen Penis tiefer in seinen Mund stößt. Er atmet heftig aus und Dravos lässt ab von ihm.
Ich kann meinen Blick nicht abwenden von der vor Speichel tropfenden Männlichkeit des Barden. Mit Leidenschaft würde ich Dravos Platz einnehmen, um zu Ende zu bringen, was er unterbrochen hat.
Mit einem eifersüchtigen Blick zu mir greift der in einen Krug und schmiert den Penis des Barden mit verführerischer Zärtlichkeit mit einem Öl ein. Der Duft von Hollenussblütenöl steigt in meine Nase und mir vergeht alles.
Bilder von jener Nacht nehmen feste Gestalt in meinem Geist an, wo der Barde mich mit Gewalt nahm. Ich zerre an meinen Fesseln und kann mir nicht vorstellen, dass ich gerade noch den Wunsch verspürte, seine Eichel zu lecken, zu saugen.



25. Juli 2015
Vor ein paar Tagen habe ich mich bei Facebook angemeldet. Ich dachte, es wäre nicht schlecht, da Werbung für mein Buch zu machen.
Puh, was die aber auch alles von einem wissen wollen. Kontonummer? Wieso das denn, denke ich, hieß es nicht, dass es nichts kostet?
Auf einmal wollten sie mindestens zwei Euro pro Tag für was weiß ich. Na ja, ich und diese ganze Technik. Wer weiß, was ich so nebenbei angeklickt habe.
Nun wollte ich alles wieder rückgängig machen, zumal es mir auch nicht gefallen hat, dass die mir jeden Tag zig E-Mails schicken. Nichts gegen diesen Verein, aber für jemanden, der sich mit so etwas nicht auskennt, war mir das Ganze dann doch zu kompliziert. Dass ich es geschafft habe, das Ganze zu kündigen, grenzt an ein Wunder. Zumal ich es vor ein paar Tagen schon stundenlang probiert habe.
Also in Zukunft für mich: Finger weg von solchen Sachen.

Letztens hat mir jemand vorgeschlagen, dass ich den Verlag wechseln soll. Dass ich mein Buch dort verlegen soll, wo man auch viel und richtig Werbung für mein Buch macht.
Nö, meinte ich nur dazu, das will ich nicht. Ich werde auch meine anderen Bände bei Re Di Roma verlegen lassen. Ich bin zufrieden und warum soll ich mich mit anderen Verlagen über den Inhalt meiner Bücher streiten?
Gerade deswegen passt der Re Di Roma-Verlag gut zu mir, weil ich da freie Hand über meinen Inhalt habe.

Na ja, dann verkaufe ich halt ein paar Bücher weniger. Millionär werde ich mit meinem Drachenkrieger eh nicht. In erster Linie ist mir wichtig, dass ich gelesen werde.
Und ein bisschen mache ich mein Buch ja bekannt. Der Rest wird sich zeigen.
Auf jeden Fall gibt es schon eine Person, die auf den zweiten Teil wartet. Nein, das bin nicht ich.
24. Juli 2015
Nun ist es bei mir still geworden, mein Besuch ist auf dem Weg nach Hause.
Und ich hatte gestern eine E-Mail aus Wien, wo man sich für die Info über mein Buch Kriegertränen bedankte und mir mitteilte, dass man sich schon mit dem Re Di Roma-Verlag in Verbindung gesetzt hat.
Warum Wien, wird sich sicher mancher fragen. Auch in Wien gibt es eine Buchhandlung, die für die etwas anderen Kunden zuständig ist. Da mein Drachenkrieger schwul ist, habe ich mir gedacht, dass er da gut hinpasst. Ja, und dann habe ich denen einfach eine E-Mail geschickt.
Niemals hätte ich erwartet, dass ich eine Antwort bekomme.

Endlich hat auch Amazon einige Bücher von mir anzubieten. Na ja, mal sehen, wann die verkauft sind.

Da ich nicht das schreibe, was gerade so inn ist, wird es mein Drachenkrieger nicht leicht haben.
Die Konkurenz ist so riesengroß und in meiner Geschichte sind halt keine Vampire.
Obwohl andere wieder sagen, jetzt ist aber mal genug mit den Blutsaugern. Und dann gibt es wieder Bücher, die eigentlich keiner wirklich braucht und doch schaffen sie es auf die ersten Plätze.
Ich muss nicht auf den ersten Plätzen sein. Es reicht mir, wenn mein Buch von den Leuten gelesen wird, die Fantasy mögen.
21. Juli 2015
Jetzt bin ich schon wieder hier.
Der Buchladen Prinz Eisenherz nimmt mein Buch mit in das Sortiment. Das ist immerhin ein kleiner Anfang und dort sind meine Männer in guter Gesellschaft.
Manchmal erinnere ich mich an Momente, so wie der, wo ich mitten in der Nacht einen Bekannten angerufen habe. Er hatte mal so nebenbei erwähnt, dass er manchmal auch bis tief in die Nacht auf ist.
An dem Tag war ich dabei, den Akt zwischen Rochon und Renaldo zu beschreiben.
Da der Schlangenkrieger Rochon anatomisch etwas anders gebaut ist, war das für den Drachenkrieger Renaldo schon etwas ganz Besonderes. Immerhin hat er sich darüber gewundert, dass Rochon seine Scham im Bad bedeckt hält, wo doch sonst alle nackt im Wasser sind.
Es war halb zwei, als ich fertig mit dieser Sache war, habe auch erst sehr spät angefangen.
Tja, da saß ich nun mit dem geilen Akt und es war niemand da, dem ich davon erzählen konnte.
Was nun? Ich wollte, ich musste das einfach loswerden. Also habe ich den Bekannten angerufen.
Mal ganz ehrlich, was Besseres konnte dem doch mitten in der Nacht nicht passieren.
Ganz stolz habe ich ihm den geilsten Akt vorgelesen, den ich je geschrieben habe. Na gut, mein Bekannter ist nicht schwul, aber trotz allem hätte er auch mal gerne so eine geile Nummer gehabt. Nur nicht mit dem Vieh da. Vieh nannte er Rochon? Na ja, der war doch nur neidisch. Er hat es selber gesagt, so eine tolle Nummer hatte er noch nicht.
Na gut, ich muss gestehen, im fünften Teil habe ich diesen Akt noch ganz gewaltig getoppt und es ist nicht Rochon.
Manchmal ist das schon blöd, da hat man etwas Tolles geschrieben und keiner hat Zeit. Ist mir schon oft so ergangen und es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein.
Ich wurde vor kurzem gefragt, wo das alles herkommt. Ich weiß es selber nicht und es ist mir auch egal. Hauptsache ist doch, dass es da ist.
Ob ich irgendwann nicht mehr schreibe, dies kann ich auch nicht beantworten. Fünf Teile, das war mir klar. Aber so wie es aussieht, wird es noch einen sechsten Teil geben.
20. Juli 2015
Heute habe ich es getan, ich bin nach Schöneberg gefahren.
In der Motzstraße gibt es die Buchhandlung: Prinz Eisenherz.
Dort habe ich meinen Drachenkrieger vorgestellt. Ob er dort ein zuhause findet, das wird sich zeigen.
Meine schwulen Leute würden dort gut rein passen.
Ich habe eine Leseprobe da gelassen. Keiner nimmt die Katze im Sack, auch bei Büchern nicht.

In den Laden rein zu kommen, war ein Abenteuer für sich. Immer diese Häuser mit ihren Stufen im Erdgeschoß. Klar gab es eine Rampe, nur sah es ganz schön steil aus.
Ich habe nun mal Schiß, dass mein Rollstuhl nach hinten weg kippt und ich dann wie eine Schildkröte auf den Rücken liege und nicht mehr hoch komme. Dank der netten Hilfe des Ladeninhabers kam ich irgendwie in den Laden rein.
Und dann habe ich ihm mein Buch Kriegertränen gezeigt und erzählt und erzählt...
Ach ja, wenn ich einmal anfange, kann ich nicht aufhören. Ist schlimm mit mir.
Tja, und dann musste ich ja auch wieder raus. Puh, sah das steil aus. Mist, das war es auch.
Ich kam mir vor wie auf einer Rutsche. Immer wieder bin ich nach vorne gerutscht. Aber auch das habe ich mit Hilfe des Ladeninhabers gemeistert.
Es blieb mir ja auch nichts anderes übrig, da ich ja schlecht da bleiben konnte.

20. Juli 2015
Ja, ich schon wieder. Manchmal kommt es vor, dass ich eine Idee habe, die aber mit meinem Drachenkrieger nichts zu tun hat. Und ein Buch würde diese Idee auch nicht füllen.
Also kann ich sie hier rein setzen und wer weiß, vielleicht wird sie gelesen.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass so mancher diese Idee toll findet. Also Leute, fangt schon mal an zu sparen.

„Aufwachen, du Schlafmütze!“
Tamaro grummelt in sein Kopfkissen. „Heute haben wir frei. Ich mag noch nicht.“
„Hey, alter Mann, die Sonne scheint.“
„Hmm…, tut sie dies nicht schon immer?“
Er hebt aber dann doch neugierig seinen Kopf, als ihm ein seltenes Aroma in die Nase steigt.
„Alte Erinnerungen“, murmelt er lächelnd, doch der Geruch bleibt.
Sein Gefährte Remsen lässt nicht locker. Er beugt sich über ihn und drückt seine warmen Lippen auf seinem Mund. Erstaunt öffnet er seine Augen, als zu dem Duft auch noch der Geschmack hinzukommt. „Du schmeckst nach Koff.“
„Ja“ schmunzelt Remsen ihn vielsagend an. Er erhebt sich kurz, um mit zwei Becher zurück in die Wärme des Lagers zu kommen. „Schade um die Heller“, seufzt Tamaro, als er das Getränk entgegen nimmt und sein Aroma tief einatmet. Einmal angefangen, müssen seine Gedanken raus, die ihn schon länger beschäftigen. Schweigend hört Remsen ihm zu.
„Sieh uns alte Männer an. Wie oft haben wir in den fünfhundert Jahren, die wir zusammen sind, unsere Körper gewechselt? Ich könnte mir niemals vorstellen, nur als ein körperloser Geist zu exestieren. Dass die langhaarigen Modelle auch immer teurer werden. Dieses Leben hier bin ich so leid. Wir schuften an neun Tagen für einen lausigen Lohn. Hausen in diesem zehn Quadratmeter kleinen Rattenloch. Gönnen uns nichts, weil wir jeden Heller zurücklegen für eine bessere Zukunft. Wird unser Traum vom jungen attraktiven Körper jemals wahr werden? Bald läuft das Haltbarkeitsdatum für unsere jetzige Gestalt aus. Was wird aus uns, wenn wir körperlos werden? Wie wollen wir uns lieben? Ich werde deine Berührungen vermissen. Nur noch drei Jahre, Remsen.“
„Tamaro, wir werden wieder jung sein und uns begehren, so wie früher.“
„Ach Remsen, schon allein dafür liebe ich dich.“
„Dann lasse uns zu dem Schaufenster gehen und ein bisschen träumen“, schlägt Remsen vor. Liebevoll betrachtet Tamaro seinen Gefährten, als der sich erhebt und aus dem Fenster sieht. Blass und mager sind sie beide geworden. Zu viel Arbeit. Seine langen blonden Haare haben heute die Farbe von heller Asche. Er muss lächeln bei den Gedanken, dass seine schwarzen Haare genauso grau geworden sind. Auch wenn das Alter sie beide eingeholt hat, so möchte er diese Zeit mit Remsen nicht missen. Remsen, der immer ein Lächeln in seinem Herzen trägt. Gerne lauscht er seinen Worten, auch wenn er sie schon oft gehört hat. Erinnerungen, die ihnen nie verloren gehen, weil sie zu ihnen gehören, so wie ihre starke Liebe.
„Du erinnerst dich, es war einer dieser heißen Tage, wo einem schon der Schweiß in Strömen lief, wenn man nur an körperliche Tätigkeiten dachte. Alle lagen träge rum, nur wir, wir liebten uns heiß und wild. Wir hatten gerade diese neuen Körper erworben. Diese runtergesetzten Adonismodelle. Einer von denen kehrte uns im Schaufenster immer den Rücken zu. Trotzdem sind wir das Risiko eingegangen.“
Tamaro lacht: „Unsere Heller reichten mal gerade dafür und unsere Körper waren schon ein paar Tage über der Zeit. Was hat der Verkäufer uns angeglotzt, als wir ihm die Summe auf dem Tisch packten.“
„Ja“, schmunzelt Remsen. „Und wie dumm wir geguckt haben, als wir feststellten, dass wir Zwillinge waren.“
„Aber wir hatten unseren Spaß“, wirft Tamaro dazwischen.
„Oh ja, den hatten wir“, erwidert Remsen.
„Und jetzt reicht es noch nicht mal mehr für einen halben Ständer. Sie dir die Schlafmütze da unten an. Klein und schrumpelig, wie ein alter Greis“, seufzt Tamaro.
„Dann sollten wir zum Schaufenster gehen und von besseren Zeiten träumen“, schlägt Remsen vor.
„Was solls“, meint Tamaro dazu und zieht sich an.
Heute sind kaum Passanten auf den Straßen. Sie kommen gut voran und so dauert es nicht lange, bis sie vor dem Schaufenster stehen. Dort stehen einige Körper hinter bruchsicherem Glas. Doch ihr Interesse gilt nur den zwei langhaarigen Modellen.
„Sieh Remsen, deiner hat blonde Locken. Und diese festen Muskeln, der flache Bauch. Seine schmalen Hüften, dieses hübsche Gesicht mit den vollen Lippen. Der Blick seiner hellgrauen Augen und hast du gesehen, wie gut er ausgestattet ist“, äußert Tamaro begeistert.
Remsen schmunzelt. „Deine Begeisterung will ich ja nicht bremsen. Nur solltest du auch mal einen Blick auf das schwarzhaarige Mannsbild daneben werfen. Den würde ich auch nicht von der Bettkante stoßen.“
Licht flammt im Laden auf und die Tür öffnet sich. Der Inhaber bittet sie rein. Verdutzt sieht Tamaro ihn an. Remsen schiebt ihn fast rein und freut sich, dass ihm die Überraschung gelungen ist. Ungläubig sieht Tamaro dabei zu, wie der Verkäufer zwei Modelle aus dem Schaufenster holt. Sein Herz schlägt schneller, als man sie in eine hintere Kammer führt. Er kann es immer noch nicht glauben.
Wie in Trance legt er sich auf die Liege zu seinem neuen Körper. Fest umschließt seine rechte Hand dessen kalte Hand. Er kennt das, hat es schon oft gemacht. Er wird sich erst von seinem alten Körper lösen können, wenn der kalt geworden ist. Es wird dauern. Im Laufe der Jahre haben sich viele Erinnerungen angesammelt. Nicht eine davon will er missen.
Stunden später steht er auf und betrachtet nachdenklich seine alte Gestalt. Er weiß, dass sie entsorgt wird. Recycelt.
Dieser neue Körper fühlt sich gut an. Er spürt seine Kraft, seine Energie, seine Jugend. Als er sich im Spiegel betrachtet, kann er es immer noch nicht so richtig fassen. Es ist wie ein Traum.
Er kann sich nicht sattsehen an seiner neuen Erscheinung.
„Werden wir etwa eitel“, flüstert eine fremde Stimme ihm zu. Sie gefällt ihm. Ob seine auch so sinnlich klingen wird? Sein Pulsschlag erhöht sich, als er diesen blond gelockten lebenden Körper neben sich stehen sieht.
„Während du dich bewundert hast, habe ich die Formalitäten erledigt. Fehlt nur noch deine Unterschrift. Und hey, ich bin immer noch ich, auch wenn ich nicht so aussehe.“
Die Hand zittert leicht, als Tamaro seinen Namen unter die Dokumente setzt, welche bestätigen, dass dieser Körper sein Eigentum ist. Nicht gestohlen oder beim Hehler erworben.
Sie ziehen ihre neue Kleidung an und verlassen mit einem neuen lebendigen Gefühl den Laden. Tamaro springt vor Freude in die Luft und würde am liebsten gleich hier und jetzt Remsen die Kleidung vom Leib reißen.
20. Juli 2015
Ach was solls, dies war als ein Versuch gedacht, weil ich einfach kein Expose schreiben kann.
Vielleicht liest es jemand. Gut, es war damals ein anderer Verlag, den wechsel ich gegen Re Di Roma aus.

Ich halte die Runen in meinen Händen und werde aus ihren Worten auch beim mehrmals lesen nicht schlau. -Wenn ich du wäre, würde ich zur Stunde der Monde in den Gasthof
ZUM VERGAMMELTEM KRAUT kommen. Zeige dem Wirt diese Nachricht.-
Es steht kein Name drunter. Auch wenn die Jahrhunderte an mir vorbei gezogen sind, so habe ich nie meine Neugierde verloren. Aber vielleicht war mir auch etwas langweilig, als ich beschloss, dieser mysteriösen Nachricht auf den Grund zu gehen. Zu gegebener Stunde mache ich mich auf den Weg.
Der Wirt führt mich in einen geschlossenen Raum und murmelt: „Jetzt seid ihr endlich vollzählig. Ich dachte schon, das vorbestellte Essen wird mir kalt.“
An einem runden Tisch sitzen, ich will meinen Augen nicht trauen, Gespenster aus der Vergangenheit. Nun, nicht wirklich. Dafür sind sie zu laut und kommen mir auch ziemlich lebendig vor.
Frankanas, Rochon, Dravos, Eltras, Toskanos, Rondor, nur um einige zu nennen. „Wir haben schon gewettet, ob du kommst“, empfängt Frankanas mich lachend. Ich seufze: „Ist etwas passiert, das meine Anwesenheit hier erforderlich macht?“
„Ja“, meint Rochon ernst: „Der Menschenverein Re Di Roma möchte ein Expose.“
„Ein Ex… was? Ist eine neue Gefahr ausgebrochen“, frage ich neugierig.
Sie lachen über meine Frage. „Was ist daran jetzt lustig?“
„Komm, setz dich“, grinst Toskanos. Während ich mir Wein eingieße, erklären sie mir, was es mit diesem Expose auf sich hat.
„Aber sonst hat dieser Verein keine Probleme“, frage ich ironisch.
„Warum lesen sie nicht mein Buch und dann ist gut?“
„Du weißt doch, dass die Menschen vorher wissen wollen, was in gewissen Büchern steht, bevor sie sie in ihren Kreisen verbreiten“, klärt Rochon mich auf. „Hört sich kompliziert an. Habt ihr schon eine Vorstellung, wie ihr dies löst“, frage ich interessiert.
„Wir werden ein langes Lied dichten“, äußert Frankanas sich dazu.
„Ach so“, entgegne ich. „Du meinst etwa so?“

Im Licht der zwei Monde dunkle Schwingen den Himmel bedecken,
während am Boden die Feinde unseren Stahl des Todes schmecken.
Geheimnisvolle Flieger werfen den Atem des Schlafes auf uns nieder.
Als ich aus ihm erwache, fand ich mich in einem Käfig wieder.

Frankanas unterbricht mich.
„Doch nur ein Mann der Worte sollte es wagen,
hier ein Expose zu dichten aus vergangenen Tagen.“
„Du kommst erst viel später dran“, motze ich ihn an.

Gewalt und Tod beherrschte uns in den kommenden Tagen,
wo wir ungebrochen auf den Knien im Staube lagen.
Hilflos ausgeliefert waren wir in des Feindes Hand.
Keiner von meinen Kriegern sah jemals wieder sein Heimatland.
Ich konnte fliehen in einem unbedachten Augenblick,
rannte durch tiefe Erde und schaute nicht zurück.
Ein schwarzer Wolf gab mir ein böses Versprechen,
auch der Dunkle- Wald wird meine Seele brechen.
Wochenlang bin ich hungernd und frierend über Holz geirrt,
nur um am Ende zu erfahren, dass der Tod schon lange auf mich stiert.
Und doch jagte er mich fort und ich erwachte beim Volk der Steppe.
Das brachte mich nach Firndorn, wo der Barde lebte.
Dort fielen Gewalt und Lügen über mich her,
ein Sklave zu sein, das fiel mir schwer.
Vor Neid und Eifersucht konnte ich mich nicht verstecken,
Mein Stolz war es, der mich lieber ließ verrecken,
als mein Knie vor der Sängerratte zu beugen.

„So geht das nicht“, wirft Frankanas dazwischen. „Es fehlt so viel.“
„Du hast recht“, gebe ich zu. „Du hast mich am Strand mit Hingabe vergewaltigt, bevor ich überhaupt einen Fuß in dein Haus setzte. Wie soll ich das dichten?“
„Du hast doch eine böse Geschichte am Strand erzählt“, faucht er grimmig. „Und? War das ein Grund, mir das anzutun“, motze ich zurück.

19. Juli 2015
Es dauert nicht mehr lange und ein neuer Tag fängt an.
Na ja, und eh man sich versieht, ist das Jahr um, einfach so.
Eine Freundin rief heute an, dass das Buch am Freitag bei ihr im Briefkasten lag. Sie meinte, es war schon ein seltsames Gefühl, mein Buch in den Händen zu halten. Wer kennt denn vom normalen Volk jemanden, der ein Buch schreibt und veröffentlicht? Na ja, ich nicht, so fängt es schon mal an.
Jetzt muss sie es nur noch lesen. Klar bin ich gespannt, was sie dazu meint.
Auf jeden Fall habe ich vor ein paar Tagen endlich angefangen, den zweiten Teil zu überarbeiten.
Da ich nicht schnell bin, hoffe ich, dass er bis 2016 fertig ist. (Wird er!)
Er ist schon komplett fertig getippt, so wie auch Teil drei.
Und doch werde ich noch viele Stunden rein stecken. Lesen und immer wieder lesen.
Sicher wird sich jetzt so mancher fragen, ob das nicht langweilig ist.
Also mir nicht, da ich es immer wieder spannend finde, was ich geschrieben habe.
Hört sich seltsam an? Für mich nicht.
Ich kann gar nicht alles behalten, was ich schon geschrieben habe. Klar weiß ich, dass ich es geschrieben habe, wenn ich es lese. Nur, da sind noch so viele Geschichten in meinem Kopf, die raus wollen.
Immer alles aufschreiben, dies ist sehr wichtig.
Diese Erfahrung musste ich schon machen. Da geisterte ein tolles Lied in meinem Geist rum. Doch ich hatte keine Zeit und dachte, dann schreibst du es halt später auf.
Und was war? Es war weg, futsch und kam nicht mehr zurück.
Also habe ich mitten in der Nacht einen Albtraum auf Papier gekritzelt, bevor er sich verflüchtet.
Der war so richtig fies und gemein und gehört in den fünften Teil.
Sicher fragt sich auch so mancher, dass ich da bestimmt durcheinander komme mit den vielen Teilen. Seltsamerweise ist das nicht der Fall. Ich kann genau sagen, wo was hin gehört.
Und wenn es nirgends hinpasst, wenn eine neue Geschichte aus mir raus purzelt, dann wird sie für Teil 6 aufbewahrt.
Manchmal fällt mir ein, man, du hast doch vor Jahren etwas geschrieben, was jetzt sehr gut hier rein passen würde. Tja, und dann geht sie los, die Suche durch meine ganzen Akten. Früher war das noch anders, da hatte ich lauter lose Blätter, hier und da und dort. Jetzt sind sie eingeheftet, na, das ist doch schon mal ein Fortschritt.
Inhaltsverzeichnis? Ob das etwas bringen würde? Ich glaube, suchen würde ich trotzdem.
18. Juli 2015
Meine Schwester schickte mir eine E-Mail, wo sie mir mitteilte, dass sie in mein Buch bei Amazon reingelesen hat.
Der Blick ins Buch ist endlich da. Dann war ich doch etwas enttäuscht, ich hatte gedacht, es wären mehr Seiten. Da kann man dann nichts machen, ist halt so.
So bis Seite 24 hätte ich besser gefunden.
In den letzten Tagen war ich viel unterwegs, was mein Buch anbelangt. Aber es ist nicht einfach, wenn man unbekannt ist.
Wie war das noch mal damals mit Tolkien, den anfangs auch keiner lesen wollte?
Dazu kommt heute noch, dass viele keine Bücher mehr lesen und Fantasy sowieso nicht.

Das sagen unsere Autoren

  • Guten Tag an Alle Ich bin froh bei Euch zu sein. Dies ist mein erstes Buch und ich hoffe auf einen guten Start. ...
    Jörg Holtermann
  • Das erste Buch ist geschafft. Ein Stoff, den ich schon länger mit mir rumgetragen habe. Ich glaube, es gibt eine Fortsetzung über ein Thema, das nur wenige Menschen kennen, aber es dauert nicht mehr lange, bis es in aller Munde ist. Der Rediroma-Verlag ist jedenfalls die erste Wahl für mein Buch und das nächste.......
    Volker Wille
  • Mein Erstkontakt mit Rediroma: 10.10.18 Veröffentlichungstermin meines Krimis in toller Qualität: 22.11.18 Mehr Worte bedarf es nicht! Danke! ...
    Ralf Groh

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