Beschreibung
Einblicke
Es war ein seltsamer Fluss. Von ihm erzählte man sich, dass er der der alten Götter und der Geister sei.
An manchen Tagen, wenn die Morgennebel in hellen Schleiern über dem Wasser aufstiegen, war es Upenyu, als glitten durchsichtige Gestalten über die Wellen, und wenn er genau hinhörte, schien das Murmeln und Rauschen des Flusses sich zu einem leisen, fast unhörbaren Gesang zu verwandeln.
An diesem Morgen jedoch hatte der Fluss plötzlich seine Ruhe verloren. Ungewöhnlich für die Jahreszeit fegte ein Sturm schrill pfeifend über das Wasser, jagte durch Gebüsch und Bäume, zerrte an den Blättern und riss sie mit sich. Die Wellen bildeten weiße Kronen aus Gischt und Schaum, und Upenyu unterbrach sein Saitenspiel und starrte erschrocken auf die Fluten. Erneut rollte eine hohe Welle heran, trieb Blätter und kleine Äste vor sich her, öffnete sich wie ein riesiger Mund und warf etwas an das Ufer.
Das bunte Mädchen
Er lebte lautlos und schattengleich, stolz darauf, dass ihn niemand kannte und niemand wusste, woher er kam und was er in den Jahrzehnten davor erlebt hatte. Seine Vergangenheit interessierte ihn nicht mehr, und sie hatte auch die anderen nicht zu interessieren.
Er liebte das Geheimnis um seine Person, und wenn jemand es zu lüften versuchte, floh er.
Lethe
„Da bist du ja endlich, Weihnachtsmann!“, rief eine Kinderstimme.
„Wieso bin ich der Weihnachtsmann?“, fragte er überrascht.
„Weil du einen schwarzen Mantel trägst und einen grauen Bart hast“, antwortete die Kinderstimme.
Die Antwort verblüffte ihn.
Suchend blickte er um sich. „Wo bist du denn?“
Zwischen den unteren Ästen des riesigen Baumes rührte sich etwas. Große Augen in dem hellen Gesicht eines Mädchens blickten ihn erwartungsvoll an.
Vorsichtig schob er die Zweige auseinander, während ihm eine kleine Gestalt langsam entgegenkroch.
Der schwarz-graue Weihnachtsmann
Es war ein seltsamer Fluss. Von ihm erzählte man sich, dass er der der alten Götter und der Geister sei.
An manchen Tagen, wenn die Morgennebel in hellen Schleiern über dem Wasser aufstiegen, war es Upenyu, als glitten durchsichtige Gestalten über die Wellen, und wenn er genau hinhörte, schien das Murmeln und Rauschen des Flusses sich zu einem leisen, fast unhörbaren Gesang zu verwandeln.
An diesem Morgen jedoch hatte der Fluss plötzlich seine Ruhe verloren. Ungewöhnlich für die Jahreszeit fegte ein Sturm schrill pfeifend über das Wasser, jagte durch Gebüsch und Bäume, zerrte an den Blättern und riss sie mit sich. Die Wellen bildeten weiße Kronen aus Gischt und Schaum, und Upenyu unterbrach sein Saitenspiel und starrte erschrocken auf die Fluten. Erneut rollte eine hohe Welle heran, trieb Blätter und kleine Äste vor sich her, öffnete sich wie ein riesiger Mund und warf etwas an das Ufer.
Das bunte Mädchen
Er lebte lautlos und schattengleich, stolz darauf, dass ihn niemand kannte und niemand wusste, woher er kam und was er in den Jahrzehnten davor erlebt hatte. Seine Vergangenheit interessierte ihn nicht mehr, und sie hatte auch die anderen nicht zu interessieren.
Er liebte das Geheimnis um seine Person, und wenn jemand es zu lüften versuchte, floh er.
Lethe
„Da bist du ja endlich, Weihnachtsmann!“, rief eine Kinderstimme.
„Wieso bin ich der Weihnachtsmann?“, fragte er überrascht.
„Weil du einen schwarzen Mantel trägst und einen grauen Bart hast“, antwortete die Kinderstimme.
Die Antwort verblüffte ihn.
Suchend blickte er um sich. „Wo bist du denn?“
Zwischen den unteren Ästen des riesigen Baumes rührte sich etwas. Große Augen in dem hellen Gesicht eines Mädchens blickten ihn erwartungsvoll an.
Vorsichtig schob er die Zweige auseinander, während ihm eine kleine Gestalt langsam entgegenkroch.
Der schwarz-graue Weihnachtsmann
Artikeldetails
| ISBN | 978-3-96103-209-9 |
| Seiten | 80 |
| Genre | Belletristik/Erzählende Literatur |
| Autor | Jutta Krause |
| Erscheinungsdatum | 16.02.2026 |
| Preis | EUR 8,95 |
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